Wissen durch kommunizierendes Lernen

WiKoLe - Das Methodenset für die Wissenskommunikation
im unternehmerischen Alltag


4 Methoden zur Exploration von Wissen

1. Wissen aus Expertendialogen 

Der Nutzen
Der Vorzug dieser Methode besteht darin, dass die Wissensentstehung durch einen Problemeigner mit Unterstützung eines Dialogbegleiters erfolgt. Sie ist damit immer handlungsorientiert. 

Die Eignung
Die Methode Wissen aus Expertendialogen eignet sich:

  • zur Generierung neuen Wissens für kurzfristig zu entscheidende Fragestellungen, Probleme und Herausforderungen
  • zum Austausch von Wissen für die Lösung von Aufgaben in Teams
  • zur Überwindung von Barrieren in Problemlösungsprozessen
  • zur Effizienzsteigerung von Meetings

Das Ergebnis
Im Ergebnis der Methode Wissen aus Expertendialogen entsteht expliziertes Wissen, das zum vorher gemeinsam definierten Wissensziel führt. Dabei erfolgt die Einbettung des ausgetauschten Wissens in die jeweiligen Erfahrungskontexte der Beteiligten. Letztlich werden durch die Methode konkrete Handlungskonsequenzen zur Umsetzung gebracht. 



2. Wissen aus Erfahrungsgeschichten

Der Vorzug
Der Vorzug dieser Methode besteht darin, dass Erfahrungsgeber und Erfahrungssuchende in einen erkenntnis- und emotionsorientierten Dialog der Wissenskommunikation treten. Dabei wird insbesondere implizites Erfahrungswissen des Erfahrungsgebers, aber auch der Erfahrungssuchenden expliziert, um eine aktuelle Herausforderung zu bewältigen, für die neues Wissen benötigt wird. Dabei kommen gezielte Reflektionsmethoden zur persönlichen Aneignung dieses Erfahrungswissens zum Einsatz. 

Die Eignung
Die Methode Wissen aus Erfahrungsgeschichten eignet sich:

  • zur strukturierten Explizierung und den Transfer von unternehmensrelevantem Erfahrungswissen
  • zur Einbettung des neu gewonnen Wissens, generiert aus dem   Erfahrungswissen eines Einzelnen, in die individuellen Erfahrungskontexte der am Dialog Beteiligten
  • zur Vermeidung meist kostenintensiver Wiederholungsfehler
  • zur Effizienzsteigerung von Meetings

Das Ergebnis
Im Ergebnis der Methode Wissen aus Erfahrungsgeschichten erfolgt das gezielte und bewusste Lernen von positiven wie negativen Erfahrungen Anderer und damit die Bewahrung des Wissens Einzelner.
Ebenso wie das Verstehen der Hintergründe von Veränderungsprozessen sowie das Erkennen von neuen Handlungsoptionen und das Auslösen von Handlungs-impulsen kann durch die Anwendung dieser Methode erzielt werden.

Weitere Ergebnisse der Anwendung dieser Methode sind außerdem:

  • die Reflexion der mit einem Veränderungsprozess verbundenen Emotionen und der Hintergrundannahmen hinter bestehenden und neuen Prozessen
  • die Identifikation und Beseitigung von mentalen Barrieren der Prozessrealisierung und deren mögliche Überwindung durch strukturierte Kommunikations- und Lernprozesse im Ergebnis des Transfers von Erfahrungswissen


3. Wissen aus Experten-Novizen-Dialogen

Der Vorzug
Die Methode Wissen aus Experten-Novizen-Dialogen eignet sich zur Generierung, Weitergabe und Bewahrung von unternehmensrelevantem Wissen. Hier wird das methodische Vorgehen darauf fokussiert, vor allem das implizite Wissen der Beteiligten zu verbalisieren. Daraus werden Konsequenzen für Einarbeitungsprozesse, aber auch die Weitergabe und Dokumentation des Erfahrungswissens möglich.

Die Merkmale
Die Methode Wissen aus Experten-Novizen-Dialogen ist gekennzeichnet durch ihre Personen- und  Hierarchieunabhängigkeit. In verschiedenen Situationen können Unternehmensmitglieder sowohl Experten oder aber auch für andere Situationen Novizen sein. Dabei fördert die bewusste Rollenwahrnehmung und der Rollentausch im Dialog den Wissensfluss.

Die Eignung
Die Methode Wissen aus Experten-Novizen-Dialogen ist insbesondere einsetzbar:
  • zur Bewahrung des Wissens ausscheidender Mitarbeiter
  • zur Übergabe von Aufgaben- und Kompetenzbereichen an Nachfolger: z.B. Job-Rotation
  • zur der Integration neuer Mitarbeiter in das Unternehmen
  • zur Nutzung des Erfahrungswissens neuer Mitarbeiter mit dem Ziel der Integration in das  Unternehmenswissen sowie auch ...
  • beim gemeinsamen Erfahrungslernen voneinander.

Das Ergebnis
Im Ergebnis der Anwendung der Methode Wissen aus Experten-Novizen-Lernen wird die zielorientiertere und effizientere Gestaltung der Einarbeitung neuer Mitarbeiter oder der Übergabe von einzelnen Aufgaben erreicht. Somit kann eine schnellere Integration des Erfahrungswissens neuer Mitarbeiter in das Unternehmenswissen gewährleistet werden. Die Verkürzung der Einarbeitungszeiten kann ebenso durch den Einsatz dieser Methode erzielt werden wie auch die Bewahrung des Wissens ausscheidender Mitarbeiter.

Der für viele Mitarbeiter so wichtige Transfer von Erfahrungswissen, die so genannten „Weichen Faktoren“ wie informelle Regeln, Geschichten des Unternehmens, Hintergrundannahmen usw., von ausscheidenden Mitarbeitern an die Nachfolger können durch Anwendung dieser Methode expliziert werden. Somit wird auch nicht zuletzt das „ins-Fettnäpfchen-treten“-Risiko minimiert.

 



4. Wissen aus Dialogen zwischen Plenum und Podium

Der Nutzen
"Wissen aus Dialogen zwischen Plenum und Podium" ermöglicht die gemeinsame Wissenskommunikation größerer Gruppen unter aktiver Einbeziehung der Plenumsteilnehmer. Der Neuheitswert gegenüber herkömmlichen Podiumsdiskussionen besteht darin, dass der Wissensaustausch nicht nur zwischen dem auf dem Podium Agierenden, sondern gemeinsam mit dem Plenum stattfindet.

Das methodische Vorgehen überwindet somit die Kluft zwischen besser wissenden Experten auf dem Podium und den zur passiven Wissensaufnahme verurteilten Plenumsteilnehmern.

Die Eignung
Die Anwendung der Methode Wissen aus Dialogen zwischen Plenum und Podium ist effizient und zielführend einzusetzen

  • für größere Veranstaltungen, auf denen ein Wissensaustausch zwischen verschiedenen Experten stattfinden soll,
  • zur Weiterentwicklung des gemeinsamen Verstehens von Prozessen in Unternehmen – Erweiterung des organisationalen Wissens zur effizienteren Gestaltung wissensorientierter Meetings in Unternehmen
  • zur Gestaltung von Lernprozessen zwischen Kooperationspartnern mit verschiedenen Erfahrungen
  • zur zielorientierteren Kommunikation mit Kunden und Zulieferern.

Das Ergebnis
Unter Anwendung der Methode Wissen aus Dialogen zwischen Plenum und Podium erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit des direkten und vertieften Dialogs in Großgruppen mit dem Ziel der Wissensexplizierung und des Erfahrungstransfers. Somit haben auch die Plenumsteilnehmer die Chance ihr eigenes Wissen, ihre Erfahrungen und Fragestellungen interaktiv einzubringen.