Neue Wege IT

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Projektbeschreibung:
Das Projekt „Neue Wege IT für Berlin“ ist keine bisher eingeführte reguläre AFG-Maßnahme, sondern Gegenstand eines Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, das in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Arbeit und dem IT-Unternehmen echopool GmbH realisiert wird.

Ziel des Forschungsprojektes ist es, spezifische neue Wege für die Integration von IT - Fachkräften in die Unternehmen der IT - Kernbranche, aber auch die Anwenderbranche, unter Einbeziehung von Sozialwissenschaftlern und Spezialisten der IT - Branche zu entwickeln und in mehreren Maßnahmen so weiter zu qualifizieren, daß sie als reguläre Maßnahme zur Integration insbesondere qualifizierter Erwerbsloser (ggf. nicht nur der IT – Branche) in den 1. Arbeitsmarkt realisiert werden können.

Die gezielte Integration der Erwerbslosen soll aufwendigere Umschulungs- / Fortbildungsmaßnahmen vermeiden und kurzfristig eine hohe Paßfähigkeit zwischen den  sich mit hoher Dynamik verändernden Anforderungen der Branche und den Kompetenzen befähigter Erwerbsloser erreichen.

Das Vorgehen soll  - entsprechend dem Auftrag des BMBF - den Prinzipien eines beim  isw Halle entwickelten und dort erfolgreich bis jetzt umgesetzten Modellprojektes folgen und dieses vor allem durch Einbeziehung von IT - Fachkompetenz weiter entwickeln. Das BMBF - Projekt wird derzeit in allen neuen Bundesländern in Verbindung mit entsprechenden Maßnahmen der AFG - Förderung durchgeführt.

Das Projekt ist mit den Sozialpartnern abgestimmt. Es wird in Berlin in Zusam-menarbeit mit dem Arbeitsamt Mitte realisiert. Ebenso wird das Projekt von den großen Verbänden der IT - Branche wie BITKOM, dmmv und SIBB befürwortet und unterstützt. Die Innovation dieser Integrations - Maßnahme besteht darin, daß:

  • · vor Beginn der Maßnahmen die integrierenden Unternehmen bereits gewonnen sind
  • · die dafür infrage kommenden Erwerbslosen durch ein neuartiges IT - spezifisches Selektionsverfahren ausgewählt werden
  • · mit den integrierenden IT - Unternehmen qualitativ hochwertige Anforderungsprofile erarbeitet werden und
  • · ein gezieltes Matching zwischen den UN und den Teilnehmern in Verbindung mit dem Coaching der Teilnehmer im Sinne von neuartiger Lernbegleitung während der gesamten Maßnahme, incl. der Begleitung während der Praktika und in den ersten Wochen nach der Integration in die UN realisiert wird.

Das sichert systematisch eine überdurchschnittlich hohe Erfolgswahrscheinlichkeit der Maßnahme. Für die innovative und bisher so nicht existierende IT - spezifische Feststellungs- und Trainingsmaßnahme wird derzeit von echopool GmbH durch ausgewiesene hochqualifizierte IT - Spezialisten ein innovatives inhaltliches und methodisches Konzept entwickelt, an dem die Weiterbildungsinstitute a&d GmbH Marzahn, AFW Marzahn, L4 Prenzlauer Berg und Paetac Treptow, die jeweils spezifische und hohe IT - Fachkompetenz besitzen, in freiwilliger Arbeit maßgeblich beteiligt sind.

Das Vorgehen wird von CORE BUSINESS DEVELOPMENT wissenschaftlich koordiniert, begleitet und bis zur erfolgreichen Integration der Teilnehmer in die Unternehmen auch evaluiert und für die weitere Umsetzung aufbereitet. Für weitere Informationen stehen wir gern kurzfristig zur Verfügung:

Prof. Dr. Brigitte Stieler-Lorenz, Direktorin der Core Business Development GmbH, Wiss. Koordination und Begleitung: 030 / 65 48 49 10

Lisa Biehl, Geschäftsführerin von echopool GmbH Tel : 030 / 59 00 960 / oder
Handy: 0177 / 283 88 77

Forschungsstatement der Berliner Projektgruppe des BMBF-Projektes:

Die Core Business Developement GmbH arbeitet zusammen mit der Berliner Projektgruppe (echopool GmbH und 4 Weiterbildungsinstituten) derzeitig an einem Forschungsbericht, der die Erfahrungen der gesamten Berliner Projektgruppe seit Beginn des BMBF-ITrec-Projektes (Juni 2001) dokumentiert und wissenschaftlich aufbereitet. Im vorliegenden Statement werden die Quintessenzen des Erkenntnisprozesses im Verlaufe des BMBF – Projektes ITrec zusammengefasst und Vorschläge für die weitere Arbeit unterbreitet.




Q u i n t e s s e n z  01
Die neuen Wege in die IT-Branche brauchen primär Integrationsmaßnahmen und nur ergänzend Trainingsmaßnahmen. Die Zusammenarbeit mit den einschlägigen Verbänden und diversen Unternehmen  und Weiterbildungsinstituten zeigen, dass nur passgenaue, individualisierte, auf die inzwischen wesentlich gestiegenen Anforderungen der Unternehmen orientierte Maßnahmen eine nachhaltige Integration befähigter Erwerbsloser ermöglichen. Trainingsmaßnahmen können in diesem Integrationsprozess eine sinnvolle Ergänzung sein. Im Vordergrund steht jedoch das Matching zwischen dem Kompetenzangebot der Erwerbslosen und den je spezifischen, sich immer mehr ausdifferenzierenden Anforderungen der IT-Branche. Vergleiche dazu, die gerade verabschiedete IT-Weiterbildungsneuordnung, die allein 29 Spezialistenprofile enthält.

K o n s e q u e n z   0 1
Der Schwerpunkt der Entwicklung neuer Wege und damit innovativer Instrumentarien der Arbeitsmarktpolitik muss am Unternehmensbedarf ansetzen, das heißt, die neuen Wege müssen von den Unternehmen her gedacht werden.  Das hat zur Folge, dass die Integration nicht mit den derzeit existierenden arbeitsmarktpolitischen Regularien, wie z.B. Trainingsmaßnahmen, erfolgen kann, da diese primär den Teilnehmer und ihre persönliche Fortbildung / Umschulung und nur sekundär die Unternehmen im Fokus haben. Der Versuch, die notwendigen Integrationsmaßnahmen zu finanzieren scheitert daran, dass die Zusammenarbeit der Bildungsträger mit den Unternehmen zwar gefordert, aber nicht im erforderlichen Maße finanziert wird.

Q u i n t e s s e n z  0 2
Die derzeitige Finanzierungs-Logik  - die Finanzierung erfolgt auf die Anzahl der Teilnehmer von Fortbildung, Umschulung und Training bezogen - orientiert die Weiterbildungseinrichtungen auf möglichst hohe Teilnehmerzahlen und geringe Abbrüche. Das wirkt sich negativ auf eine unternehmensadäquate Selektion der Teilnehmer aus und motiviert die Bildungsträger, möglichst viele Teilnehmer lange in der Bildungsstätte zu behalten. Die unabdingbar notwendige Orientierung auf die Unternehmens-anforderungen für den Integrationserfolg kommt deshalb zwangsläufig zu kurz, da die Bildungsträger zwar dazu aufgefordert werden und die Notwendigkeit dafür sehen, jedoch weder Kapazitäten noch Finanzierungsmöglichkeiten für die eigentlichen nachhaltigen Integrationsprozesse haben. Diese oben genannten Fakten sind unseres Erachtens wesentliche Ursache für mangelnde Integrationserfolge. In der Finanzierungslogik ist unseres Erachtens die „Logik des Misslingens“ von Fortbildung und Umschulung / Training schon vorprogrammiert, die auch deshalb zu unzureichenden Vermittlungen nach erfolgter Umschulung /Fortbildung führen.

K o n s e q u e n z    0 2
Solange die neuen Wege der Integration in den ersten Arbeitsmarkt über die oben genannte Logik der bisherigen Instrumente der Arbeitsmarktpolitik finanziert werden müssen, können innovative Lösungen im Sinne der Reformierung der Arbeitsmarktpolitik nicht realisiert werden. Bestenfalls kann man zu der Vielzahl bereits laufender Fortbildungs-, Umschulungs- und Trainingsmaßnahmen noch einige neue Varianten hinzufügen. Grundsätzlich neue, für die Reorganisation der gesamten Arbeitsmarktpolitik dringend notwendige Instrumentarien und Wege, für die erforderliche passgenaue, nachhaltige Integration von Erwerbslosen in die Unternehmen kann man mit der Anwendung der für vergangene gesellschaftlich/wirtschaftliche Situationen geschaffenen Instrumentarien weder entwickeln noch implementieren.

Q u i n t e s s e n z   0 3
Gezielte Integrationsmaßnahmen beinhalten eine Kombination von mindestens 5 unterschiedlichen Instrumenten und Verfahren, für die gegenwärtig keine arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien / Verfahren verfügbar sind. Ihre Entwicklung ist die wichtigste Aufgabe des BMBF-ITrec-Projektes.

1 . Integrationsmaßnahmen müssen von den unternehmenskonkret ermittelten Anforderungsbildern ausgehen. Diese Anforderungsbilder sollen von Integrationsbegleitern mit  einem dafür im Rahmen des ITrec-Projektes zu entwickelnden Instrumentarium gemeinsam mit den Unternehmen erarbeitet werden. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere KMU nur bedingt in der Lage sind, solche Anforderungsbilder zu erarbeiten.

2. Komplementär zu den Anforderungsbildern ist der Einsatz qualitativer Instrumente zur Bewertung der vorhandenen Kompetenzen der Erwerbslosen erforderlich. Die derzeitig vorliegenden Konzepte des Profiling liefern nicht genug Informationen für eine passgenaue Integration. Die Entwicklung solcher  qualitativen Instrumentarien der Kompetenzbewertung insbesondere unter dem Aspekt der IT-Kompetenz ist Gegenstand des ITrec-Projektes.

3. Das Matching ist ein entscheidendes Element von innovativen Integrations-maßnahmen. Es beginnt mit der Gewinnung der Unternehmen und endet mit der nachhaltigen Integration der Erwerbslosen in das Unternehmen. Im Ergebnis des Matchings erfolgt eine Differenzanalyse zwischen Anforderungsbildern der integrierenden Unternehmen und  den Kompetenzprofilen der ausgewählten Erwerbslosen. Für diese Differenzanalyse soll ebenfalls im Rahmen von ITrec ein praktikables Instrumentarium erarbeitet werden.

4. Aus der Differenzanalyse werden die konkreten Bedarfe für die Personal-entwicklung  der zu integrierenden Erwerbslosen ermittelt.

5. Solche Personalentwicklungsmaßnahmen können sein:
- Direkte Integration in das Unternehmen in Verbindung mit dem Integrationsbegleiter als Coach (learning bei doing).
- Kurzfristige, arbeitsprozessbezogene Trainings in einem Weiterbildungsinstitut oder im Einsatz-Unternehmen direkt.
- Realisierung von Weiterbildungsmodulen in entsprechenden Bildungsinstituten, möglichst unter weitgehender Ausrichtung auf eines der 29 Spezialistenprofile der Neuordnung der IT-Weiterbildung.

F a z i t:
Innerhalb des BMBF-ITrec-Projektes soll das Instrument der Trainingsmaßnahmen zu einem Instrumentarium für die nachhaltige Integration von Erwerbslosen entwickelt werden. Dafür sind jedoch andere Finanzierungsmodelle und  arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien als die gegenwärtig bei den Arbeitsämtern verfügbaren erforderlich.
Um solche Finanzierungsmodelle und Instrumentarien zu entwickeln und zu ermöglichen ist unseres Erachtens eine übergeordnete Entscheidung notwendig, die den zuständigen Arbeitsämtern die entsprechenden Handlungs- und Entscheidungmöglichkeiten für die Entwicklung dieser innovativen, den Erfordernissen des gesellschaftlichen Wandels entsprechenden arbeitsmarktpolitischen Instrumentarien – zunächst im Sinne von Modellprojekten -  ermöglicht.
Im Ergebnis des ITrec-Projektes sollen diese Modelle soweit entwickelt und erprobt sein, dass sie dauerhaft als neue arbeitsmarktpolitische Instrumentarien zum Einsatz kommen können. Dazu erfolgt während der Modellprojekte selbst eine fundierte wissenschaftliche Evaluation in Zusammenarbeit mit den Arbeitsämtern, mit denen diese Modelle realisiert werden.

w e i t e r e   I n f o r m a t i o n e n
http://www.it-rec.de